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Liebe Israelfreunde...
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  • Oktober 2011

Liebe Israelfreunde

Fredi Winkler

Fredi Winkler – ein paar Eckdaten

Fredi Winkler kam 1973 im Alter von 23 Jahren zusammen mit seiner Frau Beate nach Israel, um in Haifa den Bau des neuen Gästehauses von Beth-Shalom zu leiten. Im Oktober 1975 war die Baumassnahme abgeschlossen. Seit der Eröffnung leiten er und seine Frau gemeinsam das Hotel Beth-Shalom. Zu Fredi Winklers vielfältigen Aufgaben gehört auch die Leitung von Gruppenreisen. Aus diesem Grund besuchte er in den Jahren 1991 bis 1992 in Israel den Kurs für Reiseleiter und schloss diese Ausbildung mit einem staatlich anerkannten Diplom ab.

Inzwischen ist die Nachfrage nach Gruppenreisen laufend gestiegen. Allein im letzten Jahr hat Beth-Shalom 15 Israelreisen organisiert. Unterstützung bei der Reiseleitung erhält Fredi Winkler seit Neuestem von seinem Sohn Ariel, der ebenfalls diplomierter Reiseleiter ist.

Im Zeitraum von 1974 bis 1990 wurden Fredi und Beate Winkler neun Kinder geboren. Bis auf die beiden Jüngsten haben inzwischen alle von ihnen eigene Familien gegründet und den Winklers bereits 16 Enkelkinder geschenkt.

Januar 2012

Liebe IsraelfreundeNAI_DE_2012_01

Am 29. November 2011 wurde in Jerusalem der 64. Jahrestag der UN-Abstimmung über die Teilung Palästinas und Zustimmung zur Gründung eines jüdischen Staates gefeiert. Die junge Generation stellte den damaligen Freudentaumel in einem nachempfundenen Festakt nach. Doch bei aller Freude über die damaligen Ereignisse wird eine Tatsache oft übersehen und vergessen: Mit der Annahme des UN-Entschlusses hatte die jüdische Führung unter dem Vorsitz von Ben-Gurion zugleich der Teilung des Landes in einen jüdischen und arabischen Teil zugestimmt. Damals hatte sie darin die einzige Möglichkeit zur Gründung eines jüdischen Staates gesehen.

Heute gibt es solche, die diese Zustimmung zur Teilung des Landes als Fehler ansehen. Sie bleiben jedoch die Erklärung schuldig, wie eine alternative Lösung in einer Einstaatenlösung ihrer Meinung nach ausgehen hätte. Das Problem sind die grundlegenden Unterschiede zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung.

Ein grundlegender Unterschied war damals zwischen der jüdischen und der arabischen Führung Palästinas, dass die jüdische von Anfang an alles aufwandte, um das öde Land in ein fruchtbares Land zu verwandeln. Dazu wurden Institutionen und Einrichtungen geschaffen, die später als Grundlage für einen eigenen Staat dienen sollten.
Demgegenüber war die palästinensisch-nationale Bewegung von Beginn an nicht etwa mit dem Aufbau von Institutionen zur staatlichen Selbstverwaltung beschäftigt, sondern damit, das zionistische Unternehmen zu zerstören. Und während die palästinensische Führung all ihre Energie in Hass und Zerstörung investierte, versäumte sie es, die Grundlagen zur staatlichen Selbstständigkeit aufzubauen. Dasselbe selbstzerstörerische Verhalten legten die Palästinenser auch nach der Gründung des Staates Israel an den Tag.

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Dezember 2011

Liebe IsraelfreundeNAI_2011-12

Lange hatte sich Israel geweigert, einen Vorschlag für den zukünftigen Verlauf der Grenze zwischen den Palästinensern und Israel zu unterbreiten. Denn es bestand darauf, dass dies ein Teil der direkten Verhandlungen sein musste. Die Palästinenser hatten 2008, während der Verhandlungen in Annapolis unter der Bush-Regierung, einen detaillierten Plan mit Landabtauschvorschlägen vorgelegt. Mittlerweile erklärte sich die israelische Regierung allerdings bereit, einen Vorschlag auszuarbeiten, wie nach ihrer Vorstellung der zukünftige Grenzverlauf aussehen sollte.

Was hat sich inzwischen geändert? Es sind nicht mehr nur die USA, die als Vermittler auftreten, sondern es ist das sogenannte Quartett: die EU, Russland, die UNO und die USA. Ein israelischer Regierungssprecher meinte, der israelische Vorschlag für einen zukünftigen Grenzverlauf bedeute jedoch keine Bereitschaft zu indirekten Verhandlungen, sondern sei lediglich ein Entgegenkommen gegenüber dem Quartett, um dazu beizutragen, direkte Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.

Unmerklich sind die USA dabei, die Führung der Vermittlerrolle im israelisch-palästinensischen Konflikt anderen zu übergeben. Ein Reporter nannte es «Leading from behind». Das bedeutet etwa soviel wie Dirigieren aus dem Hintergrund, und zwar nach dem libyschen Modell. Damit ist gemeint, dass andere beauftragt werden, das zu tun, was sonst von der Weltmehrheit gebrandmarkt würde, wenn die USA es selbst tun würden.

Das Rezept ist einfach: Unter der von den USA unterstützten Politik sollen die Europäer und einige arabische Staaten die delikaten Dinge ausführen. Warum im Alleingang handeln und danach einen teuren Preis dafür bezahlen? Sollen doch andere die Bürden tragen, während man selbst unauffällig die Führung übernimmt. Was mit Libyen funktioniert hat, kann doch auch mit Israel und den Palästinensern gelingen?

Dass nun nicht mehr die USA die Vermittlerrolle im israelisch-palästinensischen Konflikt anführen, sondern die EU, Russland und die UNO, wird der Sache mehr Gewicht und neuen Schwung geben. Und dies wird es den beiden zerstrittenen Parteien schwerer machen, den Forderungen nach ernsthaften Verhandlungen durch das Vorschieben irrelevanter Gründe nicht nachzukommen.

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November 2011

Liebe IsraelfreundeNAIDE201111

An der letzten Protestkundgebung für soziale Gerechtigkeit am Ende dieses Sommers beteiligten sich in ganz Israel ungefähr eine halbe Million Menschen. Durch die massiven Proteste bedrängt, kam die Regierung nicht umhin, diesbezüglich Schritte zu unternehmen. Sie ernannte in der Folge Emanuel Trajtenberg, ein angesehener Professor auf dem Gebiet der Wirtschaft, um Lösungsvorschläge für eine gerechtere Sozialpolitik auszuarbeiten. Als seine Vorschläge der Regierung vorgelegt wurden und es darum ging, darüber abzustimmen, konnte in der Regierung keine Einigung über das weitere Vorgehen in dieser Sache gefunden werden. Nun droht eine Regierungskrise. Der Hauptstreitpunkt ist der öffentliche Wohnungsbau.

Einer der Minister erklärte, dass Grund und Boden, der sich vorwiegend in Staatsbesitz befindet, unentgeltlich für den Wohnungsbau abgegeben werden sollte, damit die Wohnungen billiger werden. Im letzten Jahr habe die Regierung durch Landverkäufe 8 Milliarden eingenommen, und solange nicht garantiert sei, dass die Wohnungen billiger würden, werde er den bis jetzt nur «kosmetischen» Verbesserungsvorschlägen nicht zustimmen.

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Oktober 2011

Liebe IsraelfreundeNAI_2011-10

Der türkische Ministerpräsident Erdogan forderte von Israel, sich bei der Türkei für die Vorfälle auf dem Schiff Mavi Marmara zu entschuldigen. Wie zu erwarten war, beschloss Israel, dies nicht zu tun. Als erste Reaktion darauf berief die Türkei ihren Botschafter aus Israel zurück. Und um ihrem Unmut Nachdruck zu verleihen, verwies sie den israelischen Botschafter des Landes.

Obwohl es in Israel auch Stimmen gab, die sich für eine Entschuldigung gegenüber der Türkei aussprachen (wie etwa die des Verteidigungsministers Ehud Barak), entschloss die Regierung in Jerusalem, sich nicht zu entschuldigen, weil eine sorgfältige Analyse der weiteren Entwicklung in der Region klarmachte, dass eine Entschuldigung nur eine kurzfristige Beruhigung in den gegenseitigen Beziehungen der einst Verbündeten bringen würde. Vielmehr würde eine Entschuldigung Israels nur die Kreditwürdigkeit Erdogans und seiner Partei in den Augen der Islamisten aufwerten – etwas, das ihm in seiner Politik sehr wichtig ist. Ankara bereitet sich auf die Zeit nach dem «arabischen Frühling» vor, wenn voraussichtlich die Muslimbruderschaft in Syrien, aber auch in Ägypten, zur starken Macht aufsteigen wird. Erdogan sieht in den Umwälzungen in der arabischen Welt eine Chance für die Türkei, um zur regionalen Führungsmacht aufzusteigen, und das sogar auf Kosten des Iran.

Intern ist es Erdogan schon gelungen, die einstige grosse Macht der türkischen Armee zu neutralisieren. Er zwang praktisch die ganze Militärführung zum Rücktritt und liess Dutzende andere hohe Offiziere mit fadenscheinigen Umsturzbeschuldigungen inhaftieren. Gleichzeitig ist er dabei, die Verfassung des Landes zu ändern, um ein präsidentiales Regierungssystem einzuführen. Dies ist mit dem einstigen säkulären Regierungssystem nur schlecht zu vereinbaren und würde ihm noch mehr Macht verleihen und helfen, seine Machtposition zu stärken. Diese Entwicklung in der Türkei führte in Jerusalem zur Erkenntnis, dass eine Entschuldigung geradezu kontraproduktiv wäre.

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September 2011

Liebe IsraelfreundeNAI_202011-09

So wie es im Frühling in verschiedenen arabischen Ländern zu einem überraschenden Aufbegehren der breiten Massen gegen ihre Machthaber und deren von den Realitäten abgehobenem Herrschaftsstil kam, so ist in Israel ein unerwarteter «Sommer» des Aufbegehrens gegen soziale Ungerechtigkeit ausgebrochen. Die Protestierenden, die sich vor allem aus Studenten und anderen jungen Leuten zusammensetzen, fordern gesellschaftliche Gerechtigkeit. Ähnlich wie in Ägypten haben sie sich in verschiedenen Städten auf zentralen Plätzen versammelt und dort permanente «Protestlager» aus Zelten aufgeschlagen.

In den letzten Jahren zeigten die Statistiken, dass die Kluft zwischen den Wohlhabenden und denen, die nichts haben, in Israel immer grösser wird. Und als Israel vor nicht allzu langer Zeit als Mitglied der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) aufgenommen wurde, machten die von der OECD veröffentlichten Tabellen klar, dass sich Israel auf sozialem Gebiet auf niedrigem Niveau bewegt – obwohl die Wirtschaft im Allgemeinen gut dasteht und die Arbeitslosigkeit tief ist. Doch die Zahl derer, die nur wenig verdienen, ist verhältnismässig gross … und wird immer grösser.

Die Protestierenden beschuldigen die Regierung, aber besonders Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, eine Politik zu betreiben, die nur den Reichen dient. Tatsächlich ist Netanjahu stolz darauf, massgebend dazu beigetragen zu haben, in Israel eine freie Marktwirtschaft zu schaffen. Dazu gehört auch die Privatisierung möglichst vieler öffentlicher Dienstleistungen. Mit Recht klagen die Protestierenden, dass diese Politik nur den Reichen hilft, noch reicher zu werden, während die Armen noch ärmer werden. Die Privatisierung sei keine Patentrezept, um Probleme zu lösen, sondern lediglich ein sich Drücken vor der Verantwortung.

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August 2011

Liebe IsraelfreundeNAI 08.2011

Auch für uns, die wir an die Wahrheit und Zuverlässigkeit der Bibel glauben, ist es nicht immer leicht, die biblischen Aussagen und Prophezeiungen in ihrer Bedeutung richtig zu verstehen und einzuordnen. Darum ist es wichtig, immer das Gesamtzeugnis der ganzen Heiligen Schrift im Auge zu haben. Diese Problematik sprach Paulus offensichtlich an, als er an Timotheus, seinem getreuen Nachfolger, schrieb: «Strebe eifrig darnach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt» (2.Tim 2,15).

Diese Problematik ist von besonderer Bedeutung, wenn es um das aktuelle Geschehen in und mit Israel geht. So stellt sich zum Beispiel die Frage: Ist die Besiedlung des sogenannten Westufers durch Juden die Erfüllung biblischer Prophetie? So sahen es auf jeden Fall zur Zeit der ersten Siedlungen die Leute der Gush-Emunim-Bewegung (Block der Glaubensgetreuen), und dabei beriefen sie sich auf die Bibel, so wie etwa auf die Stelle in Jeremia 31,5: «Du wirst auf den Höhen Samarias wieder Weinberge pflanzen; die sie angelegt haben sollen sie auch geniessen.»

Als damals die ersten Siedlungen entstanden, kam auch Gush Emunim als eine politische Partei aus religiösen und nichtreligiösen Juden auf. Das, was sie verband, war die Überzeugung, dass das Westufer jüdisch besiedelt werden muss. Dieses Bündnis hielt jedoch nicht lange, weil so eine Ideologie ohne religiöse Überzeugung einem Widerstand, wie ihn die Siedlerbewegung erlebt, nicht standhalten konnte. So sind es heute vorwiegend religiöse Juden, die die Siedlungsbewegung anführen. Die erstaunliche innere Kraft, die sie durch den Bau von immer mehr neuen Siedlungen zeigen, schöpfen sie zweifellos aus ihrer religiösen Überzeugung.

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Juli 2011

Liebe IsraelfreundeNAI_DE_2011-07

Während des Staatsbesuches des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA im Mai ist offensichtlich nicht alles so gelaufen, wie er es sich gewünscht hatte. Die Verstimmung zwischen ihm und dem US-Präsidenten Obama war nicht zu übersehen. Der Grund dafür war die angebliche Forderung Obamas, Israel solle sich in die Grenzen von 1967 zurückziehen. Allerdings forderte Präsident Obama dies nicht wirklich von Israel. Er machte dagegen jedoch eindeutig klar, dass die Grenze von 1967 die Grundlage für ein Friedensabkommen mit den Palästinensern sein soll. Der zukünftige Grenzverlauf soll durch gemeinsam ausgehandelten Landabtausch festgelegt werden. Das versuchte Netanjahu zu verhindern, weil das für Israel bedeuten würde, auf Gebiete zu verzichten, die seit 1948 zu Israel gehören. Im Weiteren würde dies sogar bedeuten, dass nur die grossen Siedlungsblocks, die an die Grenze von 1967 anschliessen, innerhalb der zukünftigen Grenze Israels bleiben würden. Alle abgelegenen Siedlungen würden unter palästinensische Oberhoheit kommen. Für viele in Netanjahus Likud-Partei und für die meisten Koalitionspartner ist dies unakzeptabel.

Obwohl Netanjahu von Obama nicht zu hören bekam, was er gerne hören wollte, versprach Netanjahu, mit dem amerikanischen Präsidenten zusammenzuarbeiten. Er versicherte auch erneut, dass er für einen wirklichen Frieden zu schmerzhaften Landverzichten bereit sei. Damit ist absehbar, dass die Regierung von Netanjahu den kommenden Herausforderungen nicht mehr lange standhalten kann. Schon jetzt sind Aufrufe für eine nationale Einheitsregierung mit der Opposition zu hören. Die oppositionelle Kadima-Partei sah diese Entwicklung schon lange voraus. Deshalb war sie nicht bereit, einer Regierung beizutreten, die die unaufhaltsam näherkommenden, realen Konsequenzen eines Friedensschlusses mit den Palästinensern nicht sehen wollte.

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Juni 2011

Liebe Israelfreunde NAI_DE_2011-06

Dass Osama Bin Laden nun endlich, zehn Jahren nach dem Anschlag auf das World Trade Center, gefunden und seiner gerechten Strafe zugeführt wurde, löste fast in der ganzen Welt ein Aufatmen und Genugtuung aus. Einzig die arabische und moslemische Welt hielt sich diesbezüglich zurück. Die einzigen, die das Vorgehen der USA sofort verurteilten, waren Vertreter der Hamas in Gaza. Ihr Ministerpräsident Ismail Haniyeh pries Bin Laden als einen islamischen Märtyrer und verurteilte das Vorgehen der USA als Politik des Mordens und Unterdrückens. Ein anderer Sprecher der Hamas verurteilte die Tötung von Bin Laden als Verbrechen und Staatsterror.

Als die beiden Hamasleute diese Erklärungen abgaben, bedachten sie wahrscheinlich nicht, dass ihnen diese Aussagen in der Welt – besonders in den USA – nicht gerade Pluspunkte bringen würden. Damit zeigten sie jedoch einmal mehr ihr wahres Gesicht.

Ein Sprecher von Salim Fayyad, dem Ministerpräsidenten der Fatah, erklärte demgegenüber, dass der Tod von Bin Laden ein Beitrag für die Sache eines weltweiten Friedens darstelle.

Trotz dieser gegensätzlichen Einstellungen wollen sich die zwei verfeindeten palästinensischen Parteien, die Hamas in Gaza und die Fatah im Westjordanland, durch ein gegenseitiges Abkommen wieder aussöhnen und eine Einheitsregierung bilden. Man versucht der Welt weiszumachen, dass die Hamas sich geändert habe, doch ihre jüngsten Äusserungen bezüglich Bin Laden beweisen das Gegenteil und geben zu höchster Besorgnis Anlass.

Vielleicht wird gerade dieser Versuch der Palästinenser, sich mit der Hamas zu einigen, Israel (wieder einmal) vor der internationalen Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die UNO-Generalversammlung im September retten. Überdies dürfte eine zukünftige palästinensische Regierung, die bereit ist, auch Al-Qaida-Ideologie mit einzubeziehen, nicht gerade auf Sympathie stossen – besonders nicht bei den USA, die in den Vereinten Nationen ein Vetorecht haben.

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Mai 2011

Liebe IsraelfreundeNAI-2011-05

Vor einem Jahr beschuldigte Richard Goldstone Israel in seinem Bericht, es hätte im Krieg gegen die Hamas in Gaza mutwillig auf die Zivilbevölkerung geschossen. Nun hat er diese Darstellung als falsch erklärt, weil er damals nicht alles gewusst habe, was er heute über die wahren Geschehnisse wisse. Trotzdem fürchtet man in Israel, dass diese Erkenntnis an der Einstellung der UNO-Generalversammlung wenig ändern wird, die sowieso aus einer antiisraelischen Mehrheit besteht. In Israel schaut man daher mit Besorgnis auf die bevorstehende UNO-Jahresversammlung im September, an der über die Anerkennung eines palästinensischen Staates abgestimmt werden soll. Für die Anerkennung ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Für Israel sieht die Sache jedoch geradezu hoffnungslos aus, zumal 118 von 192 Mitgliedstaaten schon jetzt einen palästinensischen Staat anerkennen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versucht deshalb, die USA und ihren Präsidenten Barak Obama davon zu überzeugen, dass eine Übergangslösung das Beste wäre, das heisst, ein provisorischer Staat mit provisorischen Grenzen. Doch der britische Aussenminister William Hague sprach sich kürzlich während eines Besuches des israelischen Präsidenten Schimon Peres in London bereits deutlich dagegen aus. Hague machte sich einerseits für die Aufstellung von Grundlinien zur Lösung des Palästina-Konflikts durch das Quartett USA, EU, Russland und UNO stark. Andererseits sprach er sich klar für das Existenzrecht Israels innerhalb sicherer Grenzen aus. Dieses Recht Israels sei kein Thema, worüber es Diskussionen geben könne, auch keine Kompromisse. Doch gerade die gegenwärtigen grossen Umwälzungen in der arabischen Welt würden einen Fortschritt im Friedensprozess erfordern. Eine der Lektionen aus den Ereignissen in der arabischen Welt sei, dass legitime Forderungen nicht länger ignoriert werden könnten, sondern anerkannt werden müssten. Die Anwendung dieses Prinzips auf den sogenannten Friedensprozess würde dazu beitragen, gemässigte Kräfte in der arabischen Welt zu stärken, um sie für die Zeit nach den Umwälzungen in der arabischen Welt an die Macht zu bringen. Es könne in niemandes Interesse liegen, dass die neue Ordnung in dieser Weltregion zu einer Zeit geformt werde, in der es im Friedensprozess keine Hoffnung gebe. Dies trüge nämlich das Risiko in sich, dass auch die neu entstehenden Regierungen in den arabischen Ländern Israel gegenüber feindselig eingestellt sein könnten. Und deshalb sei es notwendig, jetzt zu handeln.

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April 2011

Liebe IsraelfreundeNAI_2011-04

Noch ist es nicht klar, was die Unruhen und Umwälzungen in der arabischen Welt mit sich bringen werden. Eines scheint jedoch unverkennbar zu sein, nämlich die Tatsache, dass die arabischen Massen nicht mehr bereit sind, sich von einer in Reichtum lebenden Elite manipulieren und ausnutzen zu lassen, während sie selbst in Armut leben. Für die meisten Leute, aber vor allem für die Machthaber, kam der Aufstand überraschend und scheinbar ohne Grund.

«Den eigentlichen Urheber» der Unruhen hatte man dann doch bald gefunden. Als Hunderttausende in Jemen demonstrierend durch die Strassen zogen und den Rücktritt von Präsident Ali Abdulla Saleh forderten, beschuldigte dieser seine Gegner, dass sie mit dem Feind unter einer Decke stecken würden – und dieser kann nach arabischer Vorstellung grundsätzlich nur Israel sein. Als Saleh an der Universität von Sana vor Studenten und Akademikern sprach, beschwor er, dass die Aufrührer ihre Befehle aus Israel erhalten würden. Wiederholt erklärte er: «Ich werde euch ein Geheimnis enthüllen.» In Israel existiere eine Kommandozentrale, von wo aus die Destabilisierung der arabischen Welt angeführt werde. Das Hauptquartier befinde sich in Tel-Aviv und werde vom Weissen Haus geleitet.

Eine weitere gegen Israel erhobene Beschuldigung ist, dass dasselbe Nervenzentrum in Tel-Aviv, das angeblich die massiven Demonstrationen in der arabischen Welt angezettelt hätte, sich nun auf listige Weise gegen die Aufständischen verschworen habe. So versprach der arabische Sender Al-Jazeera, die Identität der Verschwörer zu enthüllen, die es dem libyschen Despoten Muammar Gaddafi ermöglichten, afrikanische Söldner gegen seine eigene Bevölkerung einzusetzen.

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März 2011

Liebe IsraelfreundeNAI 2011-03

Der Volksaufstand und die Massendemonstrationen im arabischen Tunesien kamen für die Welt völlig überraschend. Als es der Volksmenge dort gelang, den korrupten Präsidenten ins Exil zu vertreiben, erreichte die Faszination, die die Ereignisse in Tunesien auf die Massen anderer arabischer Länder ausübte, ihren Höhepunkt. In Ägypten fiel das Vorbild Tunesiens auf besonders fruchtbaren Boden. Viele Ägypter sind ihres 83-jährigen Präsidenten Mubarak und seines Regimes schon längst überdrüssig. Sein Regime ist allerdings nicht in dem Masse korrupt wie das gestürzte in Tunesien. So sind die eigentlichen Gründe für den Aufstand gegen Mubarak in der Tat anderswo zu suchen. Bestimmt ist es wahr, dass die Leute in Ägypten schlecht verdienen und dass vor allem viele vorwiegend junge Menschen der etwa 83 Millionen Einwohner oft keine Zukunftsperspektive sehen. Eine junge Frau in religiöser Kleidung brachte jedoch den tieferen Grund der Unzufriedenheit wohl am deutlichsten zum Ausdruck, als sie sagte: «Wir hassen Mubarak, wir hassen ihn, weil er hinter Israel steht.» Andere beschuldigen ihn, eine blosse Marionette Amerikas und des Westens zu sein. Präsident Mubarak hat, wie sein Vorgänger Sadat, die Muslimbruderschaft und ihre politischen Aktivitäten unterdrückt. Ihre Partei wurde durch Gesetzesbeschluss zeitweise sogar verboten, mit der wohl berechtigten Begründung, dass sie die demokratischen Spielregeln nicht einhalten würde.

Interessant ist nun, was der syrische Präsident Assad in einem Interview zu den Ereignissen in Ägypten sagte. Er meinte, dass so etwas in Syrien nicht geschehen würde. Obwohl sich Syrien in schwierigeren Umständen befinde als die meisten arabischen Staaten, sei Syrien stabil. Warum? Assad erklärte, man müsse sich eng an das Volk und an das, was es glaube, halten. Wenn diesbezüglich keine Einheit vorhanden sei, dann führe das zu Unruhen. Entscheidend sei die Ideologie – das, was man glaube, und das Motiv, das dahinter stehe. Darin liege der Unterschied. Entweder habe man ein gemeinsames Motiv oder ein Vakuum. Syrien sei vor den gegenwärtigen Unruhen bewahrt, weil er es verstanden habe, sein Volk unter einer gemeinsamen Zielsetzung zu einen, nämlich der Feindschaft gegen Israel. Diese Strategie hatte schon Nasser, der ehemalige Präsident Ägyptens, perfekt verstanden und verfolgt. Das machte ihn zum Liebling und Idol der ganzen arabischen Welt.

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Februar 2011

Liebe IsraelfreundeNAIDE2011-02

Nach mehr als vier Jahre dauernden Untersuchungen wurde Moshe Katsav, der 8. Präsident Israels, am 30. Dezember aller gegen ihn erhobenen Anklagen der Vergewaltigung, sexueller Belästigung und unzüchtiger Handlungen unter Anwendung von Gewalt für schuldig erklärt. Für Israel war dies ein Tag der Schande und der Scham, zumal die Berichte darüber auf der ganzen Welt Schlagzeilen machten, und das besonders auch in der Israel feindlich gesinnten arabischen Welt.

Dagegen erklärte die Hauptanklägerin Ronit Amiel, dass die Verurteilung Katzavs für Israel auch ein Grund zum Stolz sei, weil sie zeige, dass das Justizsystem und die Demokratie in Israel funktioniere, indem vor dem Gesetz alle gleich seien und dass, wenn nötig, auch Staatsoberhäupter vor Gericht gestellt und gleich wie andere Bürger behandelt würden. Sie lobte auch das Hauptopfer und die wichtigste Zeugin, die trotz anonymer Drohbriefe den ganzen Prozess hindurch standgehalten habe.

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