März 2009
Liebe Israelfreunde
Die mit Spannung erwarteten Wahlen in Israel haben nicht zu einer eindeutigen Entscheidung geführt. Zwar hat das rechtsnationale Lager eindeutige Gewinne erzielen können, vor allem durch den Erfolg der Partei von Avigdor Lieberman und des Likud, aber die Likudpartei unter der Führung von Benjamin Netanjahu hat trotzdem einen Sitz weniger errungen als die regierende Kadima-Partei unter Zipi Livni. Deshalb wird es wahrscheinlich zu einem längeren Ringen um die Bildung einer neuen Regierung kommen. Doch nach der Veröffentlichung des Wahlergebnisses ist bereits etwas deutlich geworden: Die nächste Regierung in Israel wird wohl eher national und rechts ausgerichtet. Angesichts des gerade zu Ende gegangenen Krieges mit der Hamas im Gazastreifen war ein solches Ergebnis zu erwarten. Doch die meisten Prognosen lauteten, dass der Likud unter Benjamin Netanjahu die nächste Regierung bilden werde. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr so sicher.
Vieles spricht auch für eine nationale Einheitsregierung. Im Hinblick auf die Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt ist, wäre diese Lösung sicherlich die beste. Wie immer auch die neue Regierung aussehen wird, ihre Zusammensetzung wird auf jeden Fall geprägt sein von der Bedrohung durch die Hamas, den Iran und anderen Gefahren aus der arabischen und islamischen Welt. Zwar wird auch das Verhältnis zu den USA, der EU und der übrigen Welt nicht ohne Bedeutung sein, doch verständlicherweise ist der leider schon alltäglich gewordene Beschuss des südlichen Israels mit Raketen aus Gaza ein brisanteres Problem, das endlich gelöst werden muss. Bezeichnenderweise haben die Bewohner der bedrohten Landesteile ihre Stimmen überwiegend den rechtsnationalen Parteien gegeben.
Die nächste Regierung Israels steht auf jeden Fall vor der Herausforderung, eine angemessene Antwort auf die nun schon acht Jahre andauernde Bedrohung aus Gaza zu finden, aber auch auf die drohende Gefahr aus dem Iran. So etwas wird jeoch im Alleingang kaum möglich sein. Auch aus diesem Grund kann eine extrem rechte Regierung nicht im Interesse von Netanjahu sein, zumal er auch für Verhandlungen mit den Palästinensern eintritt und um ein gutes Einvernehmen mit den USA besorgt ist. Deshalb wird wohl eine nationale Einheitsregierung der rechten Mitte in der jetzigen Situation die beste Lösung sein. Das Wahlergebnis ist jedoch eine klare Botschaft der israelischen Bevölkerung an die Hamas und die Palästinenser, dass in Zukunft die «Spielregeln» im Umgang miteinander strenger sein werden.
Das Wissen, dass Gott alle Dinge lenkt, auch den Ausgang von Wahlen, gibt uns die nötige Gelassenheit im Blick auf das, was noch kommen wird.
Im Vertrauen zu Dem, Der alles lenkt und Seinen Willen ausführt, mit Ihnen verbunden grüsst Sie mit einem herzlichen Shalom
Ihr Fredi Winkler
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