Dezember 2009
Liebe Israelfreunde
Ein altes Sprichwort sagt: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Umgekehrt kann man somit sagen: „Der Freund meines Feindes ist mein Feind“.
Die Aussage des türkische Ministerpräsident Recep Tayyib Erdogan, dass der iranische Präsidenten Achmedinedschad zweifellos ein Freund der Türkei sei, muss auf Grund des Sprichwortes für Israel eine Ursache zu höchster Beunruhigung sein.
In den ehemals guten Beziehungen zwischen Israel und der Türkei hat sich dann auch in den letzten Monaten ein entscheidender Wandel vollzogen. Drei Ereignisse Zeigen das Ausmass der Veränderung.
Das Erste Ereignis war der Ausschluss Israels durch die Türkei von den alljährlichen internationalen Luftwaffenmanöver „Anatolischer Adler“ vom 11. Oktober, was von der Regierung in Damaskus mit Applaus begrüsst wurde und Israel veranlasste, seine Beziehungen mit der Türkei neu zu überdenken.
Das zweite Ereignis fand zwei Tage später statt, als der syrische Aussenminister Walid Muallem verkündete, dass türkische und syrische Streitkräfte gerade gemeinsame Manöver in der Nähe von Ankara ausführten. Dabei erklärte er wohl mit Recht, dass dies eine wichtige Entwicklung darstelle.
Das dritte Ereignis war das Treffen von zehn türkischen Ministern unter der Anführung ihres Aussenministers Davutoglu mit ihren syrischen Amtskollegen unter der Schirmherrschaft des gerade auf höchster Ebene neu gegründeten Rates für strategische Zusammenarbeit. Die Minister verkündeten den Abschluss von beinah 40 gegenseitigen strategischen Abkommen, welche von den Führern der beiden Länder unterzeichnet wurden und zu grösseren und umfassenderen gemeinsamen militärischen Übungen der Bodentruppen im kommenden April führen sollen.
Der abschliessende Akt des neu gegründeten Rates war die feierliche Errichtung einer langfristigen strategischen Partnerschaft. Davutoglu erklärte, dass der Geist des Rates aus der Gemeinsamkeit des Ziels, sowie der Vergangenheit und der Zukunft bestehe, und in diesem Geist werden wir die gemeinsame Zukunft bauen. Der syrische Aussenminister Muallem nannte das Zusammenfinden, für beide Völker einen Anlass, der gefeiert werden müsse.
Die verbesserten Beziehungen zu Damaskus sind nur ein Teil einer weit grösseren Anstrengung Ankaras, um die Beziehungen zu den Staaten in der Region und im Besondern zu den moslemischen, zu verbessern. Diese Strategie legte Davutoglu in seinem einflussreichen Buch: „ Strategische Tiefe – die internationale Stellung der Türkei" dar, welches im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Dort sieht Davutoglu für die Zukunft vermindert Konflikte mit den Nachbarstaaten und ein Aufstieg der Türkei zu einer regionalen Macht, in der Art eines modernen ottomanischen Imperiums. In dieser von ihm dargelegten Strategie ist eine Abkehr vom Westen und im Besondern von Israel enthalten.
Diese Ausführungen sind einem Artikel in der englischsprachigen israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post" unter dem Titel „Die Türkei – kein Verbündeter mehr", entnommen, der neben vielen anderen über dieses aktuell gewordene Thema, in der israelischen Presse erschienen ist.
Die Türkei ist neben Syrien, Iran und dem Irak eines der vier Länder die am Euphrat liegen, von wo nach Offenbarung Kap. 9, 13 bis 18 in der Zukunft ein verheerender Krieg ausbrechen wird. Einmal mehr können wir die Aktualität der Bibel sehen, wie sie sich buchstäblich erfüllt, obwohl, wie im Fall der Türkei, alles versucht wurde, um sie im westlichen Lager zu halten.
Doch trotz aller bedrohlicher Entwicklungen in dieser Welt, dürfen wir getrost aufwärts blicken zu Dem, der durch seine Engel verkündigen liess: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Mit diesem Gruss wünsche ich Ihnen Shalom und gesegnete Feiertage,
Ihr Fredi Winkler
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